Abgrenzungen und Gemeinsamkeiten Reclaiming, Hexen, Druiden und co.

      Abgrenzungen und Gemeinsamkeiten Reclaiming, Hexen, Druiden und co.

      Liebe und Frieden für Euch!

      Ich mache mir gerade Gedanken wo ich mich und meine Überzeugungen einzuordnen habe.

      Zwar weiß ich, dass man keine Schubladen braucht um seine individuelle Spiritualität einzuordnen, ich finde aber, dass es der eigenen Orientierung dienlich sein kann.

      Könnt Ihr als erfahrene Reclaimerinnen sagen, wo für Euch die wesentlichen Unterschiede zu (Wicca)Hexen und zu Druiden bestehen?

      Gibt es einen Widerspruch zwischen Reclaiming und diesen Überzeugungen? Oder sammeln sich Hexen, Drunten und Schamanen im Reclaiming um gemeinsam die Welt zu verändern?

      Vielen Dank für Eure Hilfe.

      LG

      Aktaion

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Aktaion“ ()

      Huhu,

      ich finde eigentlich selten Unterschiede zwischen den versch. Formen. Es gibt meist nur Nuoncen in denen sie anders sind.
      Ich gehe ja eher einen schamanisch-druidischen Weg und ich kann die Übungen und Themen von den "12 wilden Schwänen" einfach gleichzeitig mit den gleichen Themen und Übungen in meiner Ausbildung machen, da sie sich oft überschneiden. Nuonce beim druidischen Weg wäre aktuell, den großen Einbezug von Bäumen und Pflanzen, aber auch das ist ja nicht ausgeschlossen in anderen "Traditionen". Politisch ist z.B. der Druide auch aktiv (kann ich nur noch nicht viel zu sagen, da ich gerade in der Vorstufe zum Druiden stecke).
      Was Wicca und Druidentum angeht, so verliefen beide neueren Bewegungen auch eine Zeitlang paralell und tauschten sich aus.
      Unterschied zu Schamanismus ist wohl eher das es keine Götter gibt, sondern viel Naturwesen und das All-Eine.

      Also, faktisch: die Unterschiede in den einzelnen Bereichen belaufen sich auf Nuoncen und auf das Individuum, dass dem Weg folgt.

      Cu Tahira
      Hi :)

      Also erst mal - Reclaimer sind Hexen. ;) Obwohl sich manche lieber Priesterinnen nennen. Das ist aber gehupft wie gesprungen.

      Druiden kenne ich gar nicht (äh- ich weiß das es sie gibt und das sie vielleicht irgendwas mit Mirakulix zu tun haben, weil sie aus Frankreich kommen???? und ich habe so komische Bilder im Kopf von älteren Herren in weißen Gewändern und viel Zeremonialzeugs an sich, die in Stonehenge regelmäßig die Sonne verehren...)

      Wicca kenne ich nicht praktisch aber ich habe die "Klassiker" in Buchform. Da sehe ich zu Reclaiming eigentlich sehr fundamentale Unterschiede, weshalb ich auch bei Reclaiming bin und keinen Wicca Zirkel gesucht habe:
      In Reclaiming ist das erste und einzige gemeinsame, quasi bindende Dokument, die "Prinzipien der Einigkeit. Es gibt kein "Buch der Schatten" oder "Hexenbibel", keine vorgegebenen Inhalte für Sabbat und Esbat, keine allgemein verbindliche Liturgie, kein vorgegebenes Pantheon, keine von allen geteilte Jahreskreis-Mythologie /Geschichte.
      Es gibt keine Grade und ich würde jeden auslachen, der oder die sich hinstellt und sich Reclaiming Hohepriesterin nennt.

      Natürlich gibt es viele Gemeinsamkeiten, die sich daraus ergeben, dass wir alle lernen, auf bestimmte Art zu arbeiten - Erden, zentrieren, heiligen Raum schaffen, Elemente anrufen (in der Tat rufen die meisten keine Wächter der Richtungen, können es aber), die vielen Dinge, die man innerhalb eines Kreises tun kann einschließlich Aspecting, Spiraltanz, Eisenpentagramm, Perlenpentagramm, die diversen von manchen Lehrern entwickelten Pentagramme, die Kreisregeln des Umgangs, 3 Selbste, Konsensprinzip.
      Aber all das oben angeführte kann auf verschiedene, individuelle Weise getan werden und kann sich auch sehr von der Grundstruktur unterscheiden (wenn man zum Beispiel schamanisch orientiert ist).
      Wir haben eben sehr viele verschiedene Strömungen, die alle zu Reclaiming gehören. In Deutschland gibt es recht viele Reclaimer, die auch sehr intensiv mit den Feen verbunden sind, dann gibt es eine Strömung, die auch der älteren Muttertradition Feri angehören, es gibt aber auch Reclaimer, die auch Wicca sind oder sich nordischen Traditionen verbunden fühlen ...
      Puh, ich glaube, es lässt sich gar nicht so einfach beschreiben.

      bb
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      farnbluete schrieb:


      Puh, ich glaube, es lässt sich gar nicht so einfach beschreiben.


      Danke, genau deswegen habe ich gefragt. Mir fällt es nämlich auch ziemlich schwer.

      Allerdings haben die heutigen Druiden nach meinem Wissensstand gar nichts mit Miraculix zu tun :D
      Ich habe gerade Druidcraft von Philip Carr-Gomm gelesen und es baut eine Brücke zwischen Hexentum und Druidentum, die ich sehr interessant finde.

      Deswegen treiben mich diese unterschiedlichen "Glaubenssätze" gerade so sehr um.
      Hallo!

      Ich bin vor einigen Jahren über ein Forum gestolpert (so hab ich auch die anderen Kennengelernt),
      das im Ursprung von Wicca für Wicca war.
      Daher hab ich so einige persönlich kennengelernt und natürlich ganz viel gefragt.
      Wicca ist sehr klar strukturiert und in vielen fällen ziemlich rituell
      (schlagt mich nicht, aber da merkt man echt ne Ähnlichkeit zur Kirche)
      reclaiming habe ich eigentlich viel erdverbundener kennengelernt.
      Reclaiming baut ganz anders auf- klar sind grundbegrife wie erdung, Kreis ziehen etc sich ähnlich,
      weil man immer erstmal eine basis anlegt.
      Aber im endeffekt ist reclaiming viel freier.
      Eben weil es hier nicht wichtig ist, dass alle als Coven zusamenpassen,
      sondern im reclaiming zählt, dass jeder etwas beiträgt und dabei er selbst ist.
      zumindest habe ich das bisher so erlebt.
      Schamanen und Druiden.. Wie Tahira schon sagte, findet man da eher gleiches.
      zumal auch dort viel mit tiefenpsychologie gearbeitet wird. Wobei das eben nur 1 Aspekt ist.
      Schamanen sind eher spezialisten habe ich den eindruck. Sie haben sich auf das Heilen spezialisiert wohingegen anderes sie garnicht so interessiert. Ähnlich wie bei Ärzten- alle haben eine gemeinsame Basis- aber mancher ist eben Zahnarzt und ein anderer ist eben tierarzt..

      Ich finde es immer wieder bewundernswert, dass im reclaiming alles einen Platz hat.
      Ich habe bei den Schwänen häufig innerlich ein bisschen geschimpft, weil eben vieles auf Rassenkonflikte, geschlechterkonflikte etc bezogen ist. Das ist nicht mein thema. Liegt aber sicher daran, dass ich nunmal nicht in den Staaten geboren bin und noch dazu in einer zeit, wo das als Problematik anders kommniziert wird.
      Aber egal wie ich darüber denke und wie ich erzogen wurde- die Sachen die MIR wichtig erscheinen, kann ich im Reclaiming einfliessen lassen. Vielfältigkeit auf der Basis der Einigkeit.. Das ist Reclaiming.
      Und das ist eben auch der Unterschied zu vielen anderen Richtungen.
      Reclaiming lebt davon, dass jeder anders ist und eben auch andere dinge wichtig findet, gut kann und weiter geben kann.
      Das Weitergeben ist auch so ein Aspekt, der mich immer reizt, weil das anders als im Wicca hier eine grundlegende Sache ist. Wicca will nicht unbedingt weiter geben (deswegen die Grade).
      Reclaiming ist darauf ausgelegt, dass einer vom anderen lernt, weil jeder etwas gut kann.

      Ja, es ist schwer zu erklären..
      Man muss es manchmal einfach erleben..

      Gruß
      Faye

      P.S. Ich bin kein freund der shift-taste.. ich hoffe ihr entschuldigt das!
      Es ist nie zu spät, ein bisschen mehr man selbst zu sein!
      Ich finde Schubladen auch immer hilfreich zum Einordnen und ich kann deine Frage sehr gut nachvollziehen!

      Für mich ist Reclaiming ein Dach, unter dem sich alle treffen können, die sich in den Prinzipien der Einigkeit wiederfinden. Was diese Menschen vorher alles für Erfahrungen gesammelt und auf welchen Wegen sie gewandelt sind, ist nur insofern wichtig, dass all das die Gemeinschaft bereichert mit neuen Ideen, Ansichten und Dingen, die gelehrt und gelernt werden können.

      Wicca ist für mich immer BTW, also British Traditional Wicca - ich bin da sehr von dem Forum, das Faye schon erwähnte, und den Menschen dort geprägt. Und im Wicca ist die Initiation um zu der "Familie" zu gehören. Es gibt einen verbindenden und verbindlichen Stammbaum, ein geteiltes Buch der Schatten, (meist) eine Ausbildung, durchaus auch Hierarchien.

      Über Druiden kann ich noch nicht so viel sagen; ich fange ja gerade erst an mich damit zu beschäftigen. Aber ich habe den Eindruck, dass es ähnlich der Wicca einen recht klaren Weg und eine "Familie" gibt.

      Schamanen arbeiten meiner Erfahrung auch viel oder sogar vor allem mit der anderen Welt. Götter spielen eine deutlich untergeordnete Rolle, Geistwesen sind wichtige Begleiter und Ratgeber.

      Hexe hingegen ist so ein Wort das alles und jeden beschreibt. Darin finden sich Leute, die einmal im Jahr Tarotkarten legen, hauptberuflich Zauber und Wahrsagungen verkaufen oder sich immer wieder an Liebeszaubern versuchen. Wicca sind Hexen, ReclaimerInnen, Feri, Dianic - alles Hexen, genauso wie Anhängerinnen der feministischen Spiritualität und alle Menschen des eklektischen Hexentums. Auch Satanisten nennen sich manchmal so. Ich finde diesen Begriff unglaublich schwammig und nicht zu greifen. Ich habe mich lange damit beschäftigt und finde einfach keine Definition. Trotzdem nenne ich mich manchmal auch Hexe. ;)

      Reclaiming verbindet das alles und noch viel mehr, denn Reclaiming lebt durch die Vielfalt und lebt mit und trotz aller Gegensätze.
      So schön, wie Ihr Reclaiming beschreibt!

      Im letzten Camp überfiel mich ein Anflug von Euphorie als ich etwas über die Ethik erzählen durfte. Das Camp war schon fortgeschritten, so dass "Auswirkungen" dieser lebbaren Ethik schon erfahrbar waren. Reclaiming webt seine Magie gleichzeitig auf unterschiedlichen Ebenen, denn das Ganze ist mehr als seine Teile. Persönliche Arbeit und Gemeinschaft bereichern sich und dies spürbar.

      Es ist ein Zauber jenseits des Beschreibbaren. Jedes Reclaimingtreffen inspiriert mich und gibt mir Hoffnung. Hoffnung, dass Veränderung heilt und nachhaltige Gemeinschaften schafft. Hoffnung, dass jede Stelle des großen Netzes des Lebens geachtet wird. Freudvolle Verantwortung für sich selbst und die Gemeinschaften des Lebens.

      Eigentlich wollte ich mich nur bedanken für die schönen Worte.
      Cassandra

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