Reclaiming - to reclaim?

      Reclaiming - to reclaim?

      to reclaim | reclaimed, reclaimed |-> rückgewinnen, rückverlangen, regenerieren

      WAS?
      Was wir zurückgewinnen müssen:
      Das Gefühl für Heiligkeit (Immanenz, Wertschätzung…) von uns und allen Lebens das uns durch Aufkommen - des Christentums (das Göttliche ist der Welt fern, wir sind sündig und müssen erlöst werden…), - Kapitalismus (Beurteilung nach Wertschöpfung…) – Fachspezialisierung aller Tätigkeiten die nachgewiesen werden muss (nur wer eine anerkannte Bestätigung hat darf tätig sein…)abhanden gekommen ist.

      Somit ist die Geschichte seit dem Mittelalter eine Geschichte der Entfremdung des Menschen...
      Neben dieser Rückgewinnung wollen wir das Leben – die Freude am Leben auf unserer eigenen magischen Heldenreise zur (Selbst-)Entwicklung feiern.

      -> Kritik, Ergänzungen, Meinungen werden dankbar entgegengenommen!
      Vorweg: Ich glaube, das hängt alles zusammen.
      Und deine Punkte sind sicher genauso wichtig und richtig wie meine.
      Also eher ergänzend:

      Für mich steht im Mittelpunkt, dass jede*r einzelne die eigene Macht zurückerobert.
      Unsere Gesellschaft ist eine mit starken Strukturen von Macht-über
      (und das nicht erst seit dem Mittelalter, das beginnt schon mit der Geschichtsschreibung):
      Männer stehen über Frauen, Erwachsene über Kindern, Weiße über "people of colour", die 1. Welt über der 3. Welt, Naturwissenschaft über Geisteswissenschaft, etc.
      Überall gibt es Hierachien und durch sie wird Macht ausgeübt.
      Für mich bietet Reclaiming viele Mittel und Methoden diese Strukturen zu verstehen, zu erkennen, sich ihnen zu entziehen, die daraus resultierenden Wunden zu heilen und Kraft zu schöpfen im Kleinen und mit genügend anderen auch im Großen Macht-über-Strukturen durch Macht-aus-sich-heraus-Strukturen zu ersetzen.
      Das ist für mich der Kernpunkt des Reclaimen.
      :) Ich weiß ja nicht, was sich die Gründungsmitglieder gedacht haben, Reclaiming als Namen zu wählen :)

      ​Ich habe es die ersten Jahre vor allem auf der spirituellen Ebene verstanden, also dieses "Jede/r von uns verkörpert des Göttliche. Unsere höchste spirituelle Autorität liegt in unserem eigenen Inneren und wir brauchen keine andere Person, die das Heilige für uns auslegt. Wir fördern eine Geisteshaltung, die Fragen stellt, und wir ehren die intellektuelle, spirituelle und schöpferische Freiheit" war für mich immer der Kern oder die Intention der Prinzipien, der Rest eine beschreibende Ausschmückung.

      ​So ganz praktisch eine Art protestantisches Wicca (ohne Ini, Hohepriester, in Stein gemeißelte Worte, die zu bestimmten Zeiten im Jahr gesprochen werden müssen oder offizielle "Schattenbücher", usw.) - ein Zurückfordern der inneren Macht/Kraft, mit dem ganzen heiligen Universum auf alle erdenklichen Arten in Verbindung zu sein.

      ​Und dieses Spirituelle "reclaimend", was erstaunlich einfach ging, kamen dann Fragen auf im täglichen Leben - welche Kraft/Macht habe ich an wen, wie, wann, wieso abgegeben oder mir abknöpfen lassen? (radikale Machtanalyse). Da ging es dann ans Eingemachte : Wie handele ich, wieso handele ich, wie ich handele; was glaube ich, wieso glaube ich, was ich glaube; wieso denke ich über etwas auf bestimmte Weise, wie komme ich darauf; wo reagiere ich emotional auf bestimmte Weise und wieso antworte ich nicht anders ? usw.
      ​Und Stück für Stück die Macht/Kraft zurückgewinnen zum selber denken, authentisch fühlen, kongruent handeln !

      lg
      farnblüte
      Aum Hrim Shrim Klim Adya Kalika Parameshavari Svaha
      Es ist schon eigenartig, wie entfermdet Menschen von sich selbst sein können. Deshalb "funktioniert" das Macht-über-System überhaupt. Menschen, die so wenig integer und authentisch sind, können ganz schwer Macht-Mit-Gesellschaften aufbauen.

      Ich mag Nymphenkuss Macht-aus-mir-heraus sehr.