Vorstellung von echinops

      Vorstellung von echinops

      Liebe Spiraltänzer,

      ich möchte mich nun vorstellen, nach dem ich ein paar Mal hiergewesen bin!

      Gebürtig komme ich aus Kassel und lebe und arbeite nun seit 2008 als Sänger im Theaterchor in Osnabrück. Das Künstlerleben ist abwechslungsreich, wenn auch in manchen Zeiten angespannt und nicht gerade stressfrei. Innerhalb einer Gruppe zu arbeiten ist eben nicht immer nur von "Friede, Freude, Eierkuchen" geprägt, sondern auch von Konflikten und der Arbeit an mir selber!

      Ich begann mein schwules, freifliegendes Hexenleben erst langsam und auch mit Unterbrechungen. Zu Beginn des Weges begann ich mich, für divinatorische Systeme zu interessieren, halt der Einstieg in die allgemein bekannte "Esoterik". Später fiel mir das Buch "Der Hexenkult" von Starhawk und einige Bücher von Zsusanna E. Budapest in die Hände und ich las viel über die Prinzipien des Hexenkultes, über seine Rituale, über Zauber etc. und begann sie später auch zu zelebrieren bzw. anzuwenden. Leider war ich zum damaligen Zeitpunkt noch ein junges Küken und experimentierte mit Kräften herum, die ich nicht mit genauer Vorsicht betrachtete, obwohl ich ja nun auch einiges zu dem Thema gelesen hatte. Nachdem ich also in einer bestimmten Zeit meine Kräfte aus männlichem Stolz und spiritueller Überheblichkeit und aus Machtgefühlen heraus meine Kräfte missbrauchte, lernte ich einige Zeit später auf die harte Tour und sehr schmerzhaft, wie die geballte negative Kraft zurückkehrte und ich seelisch krank wurde. Man mag jetzt nun sagen, dass das nicht ursächlich miteinander in Zusammenhang steht, aber das ist ein Mosaikstein des Reimes, den ich mir darauf gemacht habe.
      Nach diesen Erlebnissen gab ich die Hexenkunst erstmal auf und beschäftigte mich von da an mit weiteren Disziplinen der Zunft, sei es Aromatherapie, Divination, Meditation, Energiearbeit, Kräuterheilkunde und Astrologie.DasThema "Heilung" hatte und hat bei mir einen besonderen Schwerpunkt, da ich aus eigenem Leiden heraus Mitgefühl und Empathie entwickelt habe, nicht nur für mich selbst, sondern auch für andere.

      Viele Jahre später baute ich dann einen "eingefrorenen" Kontakt mit einem anderen schwulen Zaunreiter wieder auf und beschäftigte mich von da an wieder mehr mit dem Hexenkult, vorsichtig tastete ich mich wieder an das Thema Magie und Ritual heran, und so fügte sich für mich ein Bild aus allen vergangenen Lernerfahrungen und Erlebnissen zusammen, das mich bis heute begleitet.

      Ich habe über die Jahre viel gelernt und finde es nun an der Zeit, andere Hexen kennenzulernen, VON ihnen zu lernen und mich hoffentlich in einer Gemeinschaft, bestehend aus Gleichgesinnten, auszutauschen und einzufügen (bitte nicht verwechseln mit "unterzuordnen"! *grins*). Ich hatte nie Kontakt zu einem Coven und war eben w.o. immer eine freifliegende Hexe.

      Nightwish hat mir dieses Forum empfohlen und so bin ich hierher gekommen! :)

      Ich hoffe, dass das fürs Erste einen Einblick in meinen Weg gibt und verbleibe erstmal mit einem lieben und kräftigen Segen an alle,

      echinops
      Herzlich Willkommen Echinops!

      Schön, dass es dir hier gefällt! Ich freue mich auf den Austausch mit dir!

      Darf ich dich fragen, wie sich dein Schwul-sein auf dein Hexenleben auswirkt? Ich habe den Eindruck, dass du dein "schwules Hexenleben" sehr betonst in deiner Vorstellung. Ich finde das sehr spannend, da für mich meine Spiritualität nie etwas mit meiner sexuellen Orientierung zu tun hatte. Dass es aber Thema ist, ist mir erst bewusst geworden, als die Diskussion um die Änderung der Prinzipien der Einigkeit begann.

      Und wie kommst du auf den Nick Echinops? (Habe ich erwähnt, dass ich sehr neugierig bin?)

      Liebe Grüße nach Osnabrück!
      Liebe Nymphenkuss,

      ich versuche, deine erste Frage zu beantworten.....also, als schwuler Mann bin ich per se jemand, der in der Gesellschaft einen anderen Blickwinkel auf die Welt hat, wie ich finde!Obwohl ich geoutet bin, sehe ich dennoch die Heterowelt, die ja "normal" zu sein scheint in den Augen der meisten, einfach mit anderen Augen. Insofern bin ich -möglicherweise- aus Veranlagung heraus eine Hexe, eine "hagazussa", jemand, der auf dem Zaun sitzt und zwischen zwei Welten hin- und herpendelt (jetzt nicht sexuell gemeint).....-gerade fällt mir auf, dass ich das Wort "hagazussA" benutzt habe, das eigentlich ein weibliches Wort ist! Du hast recht, dass ich das vielleicht zu sehr betone, denn im Grunde genommen geht es ja um Einigkeit, um Einheit (in mir selber und mit anderen). Wenn Homosexualität kein Thema bei euch ist, dann ist es ja schön und gut!
      Desweiteren habe ich vielleicht mehr, vielleicht aber auch weniger an meinen weiblichen und meinen männlichen Energien zu arbeiten weil ich beide Seiten in mir akzeptieren und leben kann....Gott und Göttin sind sozusagen immer präsent....auf der anderen Seite könnten das alle Hexen eigentlich in sich wahrnehmen, insofern ist es schon eine sehr gute Frage, die du mir gestellt hast! :)

      Nun zu meinem Nick: echinops ist die botanische Bezeichnung für Kugeldistel. Aber das hast du bestimmt schon gegoogelt,oder? ;)
      Da ich selber etwas füllig und kugelig bin, dachte ich, dass echinops ein schöner Name für mich ist. Die Distel ist stachelig, also habe ich in dem Namen sogar noch eine Aufgabe für mich versteckt: nämlich die, wehrhafter und "stacheliger" zu werden, denn ich bin eine kleine "Harmoniekuh"m wie man mir mal so schön sagte! (wieder ein weiblicher Begriff, ich fass´ es nich.....)
      Oh, das sehe ich heute erst! Herzlich Willkommen im Forum!!!

      Da hast du ja eine interessante Geschichte hinter dir ;) Ich glaube, Starhawks Bücher waren und sind für unheimlich viele Leute ein Zugang - früher gab es ja auch kaum anderes. Aber es hat schon auch einiges für sich, in einer Gruppe und "live" Erfahrungen zu sammeln - Bücher können eben doch nicht alles vermitteln. Ich glaube aber, es haben viele diese typischen missglückten "Hab mich lieb" und "Dir zeig ich, was ne Harke ist" Zauber Versuche in ihrer Karriere ;)

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      ​Wenn Homosexualität kein Thema bei euch ist, dann ist es ja schön und gut!


      Für mich ist das kein Thema. Und da man (und ich auch) ja viel zu oft von sich auf andere schließt, hat es bei mir sehr lange gedauert zu verstehen, dass es in unserer Gesellschaft eben doch ein Thema ist.
      Ich bin in der Schule als Lesbe beschimpft worden - und es hat mehrere Tage gedauert, bis sich mir erschlossen hat, dass ich beschimpft worden bin. (Und dabei bin ich eigentlich gar nicht dumm ... ;) )

      Für Reclaiming ist es insofern ein Thema, dass im Reclaiming recht gesellschaftskritisch ist und daher auch die die Ziele der LGBT- Community einsetzt.
      Als im letzten Jahr die Prinzipien der Einigkeit verändert wurden, war es um den als einschränkend empfundenen Gebrauch von Genderrollen im Göttlichen anzupassen, dass alle ReclaimerInnen sich damit wohlfühlen können.

      Aber du hast schon recht, dass auch meine eigene Genderidentifikation für mich in meiner Spiritualität wichtig war. Am Anfang war es mir ungeheuerlich wichtig, dass ich eine Göttin hatte. Meine Emanzipation von patriarchalen (Glaubens)vorstellungen benötigte eine Große Göttin, die nur, wenn überhaupt, einen Geliebten oder Sohn - auf jeden Fall einen untergeordneten Mann - neben sich hatte.
      Heute ist mir der Gott ebenso wichtig wie die Göttin; die Verbindung von Anima und Animus wie Jung es nennt.