Lehrer*innen-Kriterien

      Lehrer*innen-Kriterien

      Auf dem Ringeblumentreffen im Oktober wurde angeregt in einer Gruppe Lehrer*innen-Kriterien zu erarbeiten. Wir, Cassandra, Celia, Claudia, Darshani, Sabine und Shira haben das für Lehrer*innen, die im deutschsprachigen Raum Kernklassen oder Workshops im Rahmen der Reclaiming Tradition anbieten wollen, getan.
      In unseren Augen dienen die Lehrer*innen-Kriterien dazu, bestimmte Qualitätsstandards sicher zu stellen, dafür Sorge zu tragen, dass Reclaiming nicht beliebig wird, indem es ohne ausreichend Wissen über die Tradition unterrichtet wird, und auch dazu, zukünftigen Lehrer*innen den Weg zu erleichtern.
      Eine allgemeine Verbindlichkeit für die Lehrer*innen-Kriterien kann von uns nicht festgelegt werden. Möglich wäre eine Vorlage bei einem eventuellen Löwenzahn-Treffen. Einzelne Gruppen oder lokale Gemeinschaften können diese Richtlinien aber gerne übernehmen.
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      Hallo Nymphenkuss,

      ich habe an den Kriterien nichts auszusetzen. Beim Lesen stellte sich mir allerdings die Frage, wie oder wer denn die Einhaltung dieser Kriterien "überwacht". Vielleicht denke ich da ja zu sehr mit der Beamtenbrille und eigentlich sollte sich so etwas von allein regeln, aber je größer eine Gemeinschaft wird umso eher wird es unübersichtlich.

      Ich fände es irgendwie befremdlich, wenn man Teilnahmebescheinigungen ausstellt. Oder wird das etwa gemacht?
      die Kriterien finde ich gut

      mir kommt aber der Gedanke inwieweit die Lehrerkriterien auch Leute ausschließen...

      Beim "Earth activist training" von Starhawk habe ich doch einige Leute aus Deutschland kennengelernt bzw. getroffen die Ritualgruppen leiten - davon würde ich eine Person sofort als Rituallehrerin engagieren - die Energie die sie reingebracht hat war phänomenal.
      Aber das ist nur ein gefühlsmäßiger, undifferenzierter Gedanke - diese Person wird niemals "Kernklassenoder Workshops im Rahmen
      der Reclaiming Tradition" anbieten - obwohl sie bei Starhwak gelernt hat.
      Debelarej,

      ​natürlich schließen diese Kriterien auch Leute aus - natürlich wurden schon immer Leute ausgeschlossen, aber nicht von Reclaiming an sich, sondern davon, die Anerkennung einer bestimmten Gruppe automatisch zu haben (ohne sie sich zu erarbeiten). So ist es einfach transparent und nachvollziehbar, vor allem auch für Leute, die keine sozialen Kontakte zu Reclaimern haben: Diese Gruppe von Lehrern hat diese Kriterien aufgestellt, nach denen sie Leuten die Funktion als Workshopleiter für Kernklassen der Reclaiming Tradition offiziell zuerkennt. So viel mir bekannt ist, ist es schon vorgekommen, dass Kursteilnehmer Material aus den Kursen genommen haben und kommerziell verwertet haben in Hexenschulen. Dadurch, dass es jetzt diese Lehrergruppe gibt, die diese Kriterien veröffentlicht hat (und wohl auch informieren wird, wen sie anerkennen oder zumindest für Nachfragen offen sein wird, denke ich), gibt es für Teilnehmer zumindest die Möglichkeit der Unterscheidung.

      So wie ich es verstehe, ist es lokalen Gemeinschaften, Zirkeln, Gruppen absolut unbenommen, nach völlig anderen formalen oder informalen Kriterien jemanden die Funktion "Lehrer für Kernklassen" oder "Lehrer für xyz" an-zu-erkennen. Es ist auch jedem Teilnehmer oder Lehrer unbenommen, aus dem Material der Kernklassen der Reclaiming Tradition etwas Eigenes zu machen und zu lehren - allerdings kann man nicht verlangen, dass dies dann von Leuten anerkannt wird, die eben bestimmte Kriterien haben, (wenn man sich an anderen Kriterien orientiert). Allerdings sehe ich persönlich diese Kriterien als absolut vernünftig an ;)

      Eine Schwierigkeit liegt darin, dass Reclaiming eben eine sehr kleine Tradition ist in Deutschland und Österreich. Als ich mit Reclaiming das erste mal Kontakt hatte, zu Feencampzeiten, gab es soviel ich weiß 2, in Worten: Zwei deutsche Reclaiming Camplehrer, davon eine noch Student. Ich erinnere mich noch gut an Gespräche innerhalb der Phoenixcamp Orga mit dem Thema: Wer könnte denn bitte neben unseren amerikanischen und holländischen Lehrern den Studentteacher Job übernehmen, damit wir bitte irgendwann einmal genug deutsche Lehrer haben, um ein komplett deutschsprachiges Camp zu machen? Das war ganz schön viel Arbeit! Ich selbst habe mit Ach und Krach hier vor Ort einen Elemente Workshop als Student zusammenbekommen, es waren einfach nie genug Teilnehmer zu finden. Formale Kriterien für Workshoplehrer wurden damals abgelehnt, weil wir froh waren, dass es überhaupt Leute gab, die fähig waren, Workshops zu geben und eine lokale Gemeinschaft aufzubauen (die, an die ich dabei denke, ist jetzt eine anerkannte Camplehrerin) und haben sich eigentlich selbst an diese Kriterien gehalten, so gut es eben möglich war. Inzwischen ist Reclaiming gewachsen und nicht jeder steht mehr in persönlichem Kontakt zu allgemein anerkannten Lehrern (gegenseitige Anerkennung anstelle von Urkunden ;) ) so dass formalere Kriterien, die ja das Ziel haben, eine gute Ausbildung von Lehrern sicherzustellen im Sinne von Teilnehmern, ratsam und möglich sind.

      ​Aber solange es nicht noch viel mehr lokale Gruppen gibt, sind die Kriterien zur Anerkennung auch ein Nadelöhr - es gibt schlicht nur wenige erfahrene/anerkannte Workshopleiter und Camplehrer und wenn Du nicht wenigstens zwei von ihnen davon überzeugen kannst, dich als Student anzunehmen, kannst Du auch niemals diesen Kriterien entsprechen. Das ist aber nicht böswillig oder ausgrenzend gemeint, es liegt einfach in der Natur der Sache und war schon immer so - wenn die "Chemie" nicht stimmt, geht es halt nicht.

      lg
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