Gut und böse...?

    Gut und böse...?

    Ich bin ja in der Regel eine, die nicht viel schreibt, aber gern mitliest. Nach einigen Beiträgen auf der Spiraltanzliste und auch hier juckt es mir aber nun doch in den Fingern, mich zu äußern, auch wenn ich damit wahrscheinlich in sämtliche Fettnäpfchen trete.;-)

    Schon vor den Wahlen in den USA hat es mich irritiert, dass und wie Farnblüte „angefeindet“ wurde (sorry, vielleicht ein zu starkes Wort, mir fällt aber momentan kein treffenderes ein). Ich fragte mich schon seinerzeit, wie es denn um das vielgepriesene Ehren der Vielfalt wohl bestellt sei, wenn „Andersdenkende“ als „der Feind“ behandelt würden.

    Nach Claudia Nymphenkuss´ erneuter Distanzierung von Farnblüte / dem Forum tauchte diese und andere Fragen vermehrt in meinem Kopf auf und ich versuche hier und heute, meine Gedanken dazu zu formulieren…;-)

    Ich habe es leider in der Vergangenheit schon häufiger bei „Hexens“ erlebt, dass plötzlich eine (von bestimmten Leuten erklärte) „political correctness“ gefordert, Dogmen ausgesprochen, andere zu Feinden erklärt wurden. Ich bin deshalb aus zwei heidnischen Vereinen/ Netzwerken ausgetreten (in denen ich recht lange recht aktiv war), da ich als heidnische Frau und Hexe immer noch für mich (und andere ) das Prinzip ehre, „das anderes anders sein“ lassen zu können.Ich schreibe niemanden vor, wie jemand zu denken und sich zu verhalten hat, um eine „gute Hexe“ zu sein - und ich möchte auch nicht, dass andere das bei mir versuchen. Ich muss die andere Position ja nicht teilen, aber ich kann sie „sein lassen“. Ich habe auch keine Angst davor, dass auf Grund der Tatsache, dass andere naturreligiöse Menschen evtl. für „rechts“ gehalten werden (könnten) oder es sind, ich selbst für eine „rechte“ Hexe gehalten werden könnte.

    Denn um Angst scheint es hier tatsächlich zu gehen… Zu merken auch an einem neuen „Vorfall“ in der Mailingliste - ja, es wird bereits der nächste „Feind“ geradezu erwartet, um dann „gnadenlos zurückzuschlagen“ (ich weiß, ich übertreibe - aber nur etwas..;-)

    Wie war das nochmal: "Where is fear there is power" - vielleicht wäre es mal ganz gut, sich diese Angst genauer anzuschauen…?!

    Ich bin eine absolut freifliegende Hexe - und immer, wenn mir solche Situationen wie jetzt mit Farnblüte begegnen, bin ich besonders froh darüber…

    Ein Weiteres, was mir absolut unverständlich ist, ist die Energie, die z.B. auf diesen Grüßaugust Trump (habe den Ausdruck dieser Tage in einem Leserbrief gesehen und fand ihn absolut passend…;-) verwendet wird. Ist es nicht ein altbekanntes magisches Prinzip, dass Energie der Aufmerksamkeit folgt und um Aufmerksamkeit scheint es ihm ja in erster Linie zu gehen - offenbar mit Erfolg…:-)) Statt zum hundertsten Male zu wiederholen, was für ein furchtbarer Mensch und Politiker er ist (und alle, die das anders sehen, erst recht…! ;-), könnte man ja auch die Aufmerksamkeit z.B. auf positive Ziele richten, statt „negative“ zu nähren.

    Überhaupt habe ich ein Problem mit dieser Schwarz-Weiß-Malerei…
    Wie haben Helfaga (einigen von Euch vielleicht noch bekannt) und ich schon vor zwanzig Jahren über all die „dreimal weichgespülten Licht-und-Liebe-Jünger“ gelächelt, die wie „Christens“ sich nur mit den hellen Aspekten des Lebens (und der Magie - aber das ist eh eins) identifizieren können und folgerichtig ihre Augen vor allem „Bösen“ (besonders in sich selbst) abwenden.

    Es hat sich diesbezüglich wohl nicht viel geändert. Ich dachte, naiv wie ich manchmal bin, es hätte sich inzwischen unter ernsthaft magisch lebenden Menschen herumgesprochen, das es keine rein weiße oder schwarze Magie, kein reines Gut und Böse gibt - Magie (und das Leben selbst) beinhaltet immer das ganze Spektrum dazwischen.

    Da sprechen Menschen begeistert von ihrer magischen Arbeit, von all den Pfaden, denen sie gefolgt sind und allen den Erkenntnissen, die sei dabei über sich gewonnen haben - und konzentrieren sich noch immer auf den Splitter im Auge des anderen, während sie den Balken im eigenen nicht fühlen…

    Bei dem ganzen „Theater“ innerhalb der Mailingliste, hier im Forum und wo sonst noch um Farnblüte und ihre "politisch unkorrekte Gesinnung", hatte ich stets Konstantin Wecker im Ohr: "Immer noch werden Hexen verbrannt auf den Scheiten der Ideologien, irgendwer ist immer der Böse im Land und dann kann man als Guter und die Augen voll Sand in die heiligen Kriege ziehn…“ - eine Hexenjagd der Hexen…???

    Just my two cents…;-)

    Garnet
    Hi,

    erst mal Danke für deinen Beitrag :) Jetzt komme ich mir nicht mehr wie ein Monster vor ;)

    ​Ich möchte nicht, dass Inhalt aus der geschlossenen Reclaiming Liste hier öffentlich für Nicht-Mitglieder dieser Liste gemacht wird, das berührt die Heiligkeit des Kreises und die ist mir sehr wichtig. Auf der Liste schreibe ich nicht mehr und hier antworte ich auf deinen Post und ganz allgemein auf Vorwürfe, die öffentlich stattfanden.

    ​Also, ich habe es in reclaiming bisher immer so erlebt, dass es wie überall im Leben ist - es gibt Leute, die sich sehr engagiert zu allem möglichen äußern und einbringen und es gibt eine große Mehrheit, die schweigt. Das bedeutet hier auch, man sollte nicht von einem sehr ins persönliche abgeglittenen Streit auf ganz reclaiming schließen oder alles in reclaiming verwerfen, weil es in bestimmten Punkten eben keinen Konsens gibt.

    ​Wie in allen Gruppen, seien es Familien, soziale oder religiöse Gruppen, stellt sich mit der Zeit ein ungeschriebenes Regelwerk ein, eine unausgesprochene Annahme darüber, wie die Gruppenmitglieder sind oder sein sollen, was und wie sie denken, glauben, handeln sollen. Das wird meistens nicht wirklich kommuniziert, sondern impliziert, man glaubt, die anderen Mitglieder der Gruppe seien zumindest bei den Kernwerten "wie man selbst". Und wie man das in Familien ja gut kennt, sobald jemand die ungeschriebenen Grenzen dessen, was man in einer Gruppe denken darf oder wie man zu sein hat, überschreitet, reagieren diejenigen Mitglieder der Gruppe, die ihre eigenen Werte anscheinend besonders erfolgreich als "üblich" durchgesetzt haben, die "Alphaweibchen und Männchen" einer Gruppe, aggressiv auf den "Störenfried", das "schwarze Schaf".

    ​Mein Fehler, so wie es heute sehe war, dass ich noch vor ein paar Monaten nicht gedacht hätte, dass Reclaiming Lehrer, also Leute, von denen ja eine sehr intensive persönliche Arbeit erwartet wird, tatsächlich auf eine Herausforderung bestimmter Facetten ihrer Realitätswahrnehmung mit einer dermaßen kompletten Dämonisierung reagieren. Das hat mich tief schockiert und ich habe mich hinreißen lassen, öffentlich die Frage zu stellen, ob die Reclaiming Techniken, mit denen wir täglich umgehen sollten, nicht vielleicht fehlerhaft oder mangelhaft sind (eben wegen dieser Resultate...), was jetzt offensichtlich dazu geführt hat, das man mir vorwirft, ich hätte die Tradition irgendwie schlecht geredet.
    ​Deshalb sollte ich diesen Punkt vielleicht doch klarstellen: Ich halte die Reclaiming "Tools", wie sie in den Kernklassen gelehrt werden, für sehr wertvoll, denke aber inzwischen doch, dass etwas wichtiges fehlt, entweder im Bereich der Form oder des Inhalts, das ich noch nicht richtig benennen kann. Ich denke, Reclaiming Lehrer sollten in der Lage sein, ihre eigenen Wertvorstellungen und Realitätswahrnehmung in Frage zu stellen und wenn diese herausgefordert werden, sollten sie in der Lage sein, sie zu transzendieren und Fakten zur Kenntnis zu nehmen und einen Falsifizierungs-Prozess durchzuführen.

    ​Wie Du sagst, Energie folgt der Aufmerksamkeit; ich möchte hinzufügen, dass es deshalb wichtig ist, innere Klarheit und Wahrheit beständig zu erarbeiten, um sich nicht instrumentalisieren zu lassen. Ich sehe diese Gefahr imMO sehr akut, bei allen möglichen Themen in Reclaiming, welche die Prinzipien berühren. Mein innerer Alarm ist auf tiefrot.

    ​lg
    fb
    Aum Hrim Shrim Klim Adya Kalika Parameshavari Svaha
    Hallo Farnblüte
    danke für Deine Antwort auf meinen Beitrag!

    Das, was Du über Gruppen und Ihre Entwicklungen schreibst, über die Alphaweibchen und ihre Tendenz, Andersdenkende und -handelnde als "Nestbeschmutzer" zu brandmarken, deckt sich absolut mit meinen Erfahrungen. Ein Grund mehr für mich, Gruppen im Allgemeinen eher zu meiden oder - sofern ich Teil von ihnen bin - lieber die Beobachterin am Rande zu bleiben.

    Liebe Grüße
    Garnet
    Ihr Lieben,

    Formulierungen wie "Alphaweibchen, die Nestbeschmutzer brandmarken" und "Monster" werden nicht nur dem hier angesprochenen Konflikt in meinen Augen überhaupt nicht gerecht, sie sind auch nicht geeignet, eine friedliche und wertschätzende Diskussion zu fördern.

    Mir erscheint es, als würdet Ihr beide, vielleicht weil Ihr persönlich betroffen seid, zu einer Art Gegenangriff ansetzen. Dabei gab es den ersten Angriff doch gar nicht, jedenfalls kann ich keine Intention dahinter sehen. Niemand hat etwas davon, andere wegzumobben. Hier gibt es kein Preise zu gewinnen, keine Macht.

    Diese Grundannahme, andere Mitglieder von Reclaiming seien schon, wie man selbst, ist auch nicht überraschend. Wer einer Tradition folgt, die feministisch, ökologisch und anarchistisch orientiert ist, erwartet aus meiner Sicht zu Recht, dort weder Befürworter der AfD noch von Trump anzutreffen.
    Zum Beispiel, weil die AfD ein Frauenbild vertritt, wie Heimchen am Herd. Oder weil Trump die Ölindustrie wichtiger ist, als moderne Umwelttechnologie.

    Wenn man diese Verwunderung zum Ausdruck bringt und auch in der Sache leidenschaftlich diskutiert, dann ist man doch noch lange keine Gesinnungspolizei. Es geht dabei doch gerade um unsere Kernansichten und den Grund, warum es diese Tradition überhaupt gibt. Das halte ich für einen historischen Fakt.

    Natürlich darf dabei nicht dämonisiert werden. Weder sind AfD`ler Nazis und Trump mag auch den einen oder anderen guten Ansatz haben. Selbst Adolf Hitler war Vegetarier und ein großer Tierfreund (nur um ein Extrembeispiel anzuführen). Beissreflexe sollten wir uns nicht leisten.
    Allerdings gab es hier ganz konkret ja bereits Stunden der Auseinandersetzung zwischen den Diskutanten. Es erscheint mir also, dass sich alle Beteiligten intensiv damit auseinandergesetzt haben.

    Garnet, den Weg der Beobachterin am Rande hast Du in dieser Auseinandersetzung aus meiner Sicht längst verlassen.

    "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.", ein Zitat das Voltaire (fälschlicherweise?) zugeschrieben wird, heißt ja nicht, dass man nicht inhaltlich dagegen argumentieren darf. Wenn das bereits eine Hexenjagd (was für ein unglücklicher Begriff in dieser Gemeinschaft!) ist, dann müssen wir uns ja jeder inhaltlichen Auseinandersetzung künftig enthalten.

    Niemand hat hier Beiträge gelöscht, Personen blockiert oder Ähnliches. Ich kenne solche Reaktionen nur von Dir, Farnblüte.
    Aktaion, die Beiträge um die es hier geht, konntest Du nicht sehen, da sie in einem geschützten Bereich waren.


    ​Wer einer Tradition folgt, die feministisch, ökologisch und anarchistisch orientiert ist, erwartet aus meiner Sicht mit Recht, dort weder Befürworter sozialistischer Parteien, noch Befürworter von Kriegsverbrechern, Vergewaltigungsvertuscher, Finanzweltinteressenvertreter, Korrupterle, (kurzum Clinton) zu treffen.

    ​Denn ganz konkret geht es hier ja um Prinzipien. Und nicht um Ideologien.

    ​Wenn man also Behauptungen aufstellt, wie : Die Afd würde ein Frauenbild vertreten wie Heimchen am Herd, dann würde man, ginge es um Prinzipien, sich folgende Fragen stellen: Stimmt das, wodurch wird diese Aussage belegt (Parteiprogramm, Aussagen von Parteifunktionären, haben die keine berufstätigen Frauen da, haben die keine Frauen in Spitzenpositionen? usw) ? Dann bekäme man eine positive oder negative Antwort und die nächste, sehr wichtige Frage wäre dann: Will diese Partei dieses Frauenbild/Rolle durch Ge- und Verbote, durch Gesetze, anderen aufzwingen oder nicht und wenn ja, dann wie?

    Natürlich müsste der Diskurs dann noch eine Stufe tiefer gehen - nämlich die Frage, was verstehen wir (also die Diskursteilnehmer, es können ja unterschiedliche Positionen vertreten werden) denn unter Feminismus, wie definieren wir es, wenn es konkret wird und prinzipiell.

    ​Mir scheint da grundsätzlicher Diskussionsbedarf zu bestehen - immerhin wurde als 1 Grund für die Distanzierung von diesem Forum und mir als Person unter anderen angeführt, ich habe auf meiner facebookseite lauter islamophobes Material geteilt. Da scheint ja dann also sogar ein Minimalkonsens im Sinne von "Feminismus bedeutet Gleichheit aller Gender vor dem Gesetz" nicht mehr gegeben zu sein!

    ​Aber davon abgesehen, um zurück zu kommen auf die Ebene der Prinzipien, würde ich ja sagen, dass Feminismus genau das bedeutet für mich; sich einzusetzen für die Gleichheit aller Gender vor dem Gesetz, die Wertschätzung aller Ausdruckformen des Weiblichen (sowohl spirituell als auch mundan) und das Einsetzen dafür, dass Frauen (gleichermaßen wie alle anderen Gender) die größtmögliche Freiheit haben, ihre eigenen Lebensentwürfe gemäß ihrer eigenen spirituellen Autorität zu leben. Ja und dann kann man darüber reden, wie man das denn am besten erreicht und dazu gehört eine offene, radikale Machtanalyse, die nicht beendet ist an dem Punkt an dem man fordert, dass andere mit Staatsgewalt dazu gezwungen werden, meinen persönlichen Lebensentwurf zu finanzieren und sich ihm zwangsweise anzuschließen. Oder man kann über alternative Definitionen von Feminismus reden und sie in Balance bringen mit Anarchismus und ökologischer Verantwortung für die Erde und all ihre Lebewesen. All das findet aber nicht statt.

    ​Zum Anarchismus habe ich ja hier im Forum schon einen Faden eröffnet, inzwischen ist mir klar geworden, dass ein Teil der sprechenden und schreibenden Minderheit in Reclaiming unter Anarchismus eigentlich Kommunismus oder Sozialismus versteht, ein Ziel dass natürlich in fundamentalen Gegensatz zu ökologischer Verantwortung und Feminismus steht; ich denke aber, dass dies meist an mangelnder Beschäftigung mit dem Thema liegt, im Sinne einer nicht stattgefundenen radikalen Machtanalyse. Was schade ist aber natürlich auch verständlich, schließlich haben nur wenige Menschen Zeit, sich intensiv mit einem so weiten Feld gründlich zu beschäftigen und es ist immer einfacher, sich keine allzu tiefen Fragen zu stellen, wenn Antworten an jeder Ecke wohlfeil dargeboten werden.

    Auch was ökologische Fragen anbelangt, sollte meiner Meinung nach die Analyse nicht zu oberflächlich sein. Es erschließt sich mir nicht, wieso es besser sein soll, eine Frau zur Präsidentin der mächtigsten Militärmacht der Welt zu wählen, die im Auftrag großer Bankenkonzerne ganze Staaten zerstört, um den Interessen der Ölindustrie, an deren Gewinnen sie teilhat (Wahlkampfspenden, Clinton Foundation ...), gerecht zu werden, als einen Mann, der immer wieder versichert hat, wie wichtig ihm der Umweltschutz ist - beide sind an ihren Taten zu messen und an das dicke dicke Minus Konto der etablierten Mächte beider Parteien in den USA heranzukommen, dürfte Trump in 8 Jahren nicht gelingen. Aber selbst wenn, dann werden halt Hoffnungen enttäuscht, das ist ja in allen politischen Herrschafts-Systemen systemimmanent.

    Aber auch das ist wieder eine Detailfrage, die ich lieber von der prinzipiellen Seite her betrachten würde.


    lg
    fb
    Aum Hrim Shrim Klim Adya Kalika Parameshavari Svaha
    Farnblüte,

    danke, dass Du Dich hier noch mal sachlich zu den Inhalten äußern magst. Das schätze ich sehr.

    Vieles was Du oben schreibst kann ich zwar nachvollziehen, ist mir aber zu theoretisch, zu "verquast", wie man so sagt. Anarchistische Theorie in Abgrenzung zu einer sozialen Demokratie ist ja auch schon eine komplexe Thematik, da gebe ich Dir recht. Ich glaube auch, dass viele Hexen das noch nicht bis zum Schluss durchdacht haben (mich eingeschlossen).

    Mich würde ganz konkret eher interessieren, wie Du es mit Deinem Gewissen vereinbaren kannst, bestimmte politische Gruppierungen zu unterstützen.
    Für Trump zu sein, weil man gegen Clinton ist, wäre mir da zum Beispiel zu dünn. Wenn er denn das kleinere Übel darstellt, dann ist er dennoch ein Übel und braucht eigentlich nicht verteidigt, geschönt oder belobigt zu werden.

    Magst Du versuchen, anhand von drei kurzen Sätzen oder Programmpunkten exemplarisch darzustellen, wie diese jeweilige Politik die Prinzipien der Einigkeit zu unterstützen vermag? Etwas, was vielleicht andere noch nicht gesehen haben oder nicht sehen wollten? Bitte nicht die andere Seite "verteufeln" sondern positiv darstellen, was Trump (oder von mir aus die AfD oder der Front National oder wen auch immer Du gut findest) positives bewirken könnte?

    Nicht ernst gemeint: Ich musste schon schmunzeln, weil ich erst die Idee hatte, Du wärst für internationales Chaos durch Trump, damit danach "Platz frei" ist für eine echte anarchistische Gesellschaft. Post-apokalyptisch sozusagen. :)

    Denn ich meine es weiterhin ernst: Dein Umgang hier im Forum mit Claudia war zwar aus meiner Sicht inakzeptabel, aber das war eine emotionale Geschichte zwischen Euch und Du als Mensch hast natürlich ein Recht, gehört zu werden. Vielleicht bin ich danach noch weniger Deiner Meinung, vielleicht verstehe ich Dich aber auch besser. Wer weiß?

    Es ist ja letztlich auch Dein Forum hier. Nutze die Chance, Deine Weltsicht verständlich zu machen. Wenn Du magst.

    Gruß

    Tim
    Hm, postapokalytisches Chaos aus dem dann eine freie Gesellschaft entsteht :) ist durchaus ein Gedanke, den viele Anarchisten hegen und ist auch der Plan B vieler derjenigen Truther, die glauben, dass es Gruppen gibt, die daran arbeiten, eine Neue Weltordnung im Sinne einer totalitären Diktatur aus dem Chaos zu errichten (die Idee stammt übrigens ursprünglich von H.G. Wells, der auch ein Buch geschrieben hat mit Titel "The New World Order", der war echter Fan davon); ich halte das für nicht sehr wahrscheinlich ;)

    ​Grundsätzlich ist jede Regierung ein Übel, da aber die Mehrheit der Menschen in jedem beliebigen Land eine Regierung haben will, kann man grundsätzlich nur zwischen 2 Übeln wählen. Aber dann zu sagen, dass ja alle gleich schlecht sind, ist einfach nicht richtig, die Entscheidung, wen man wählt, ist zwar eine aufgezwungene, weil nicht-wählen zwar moralisch am ehrlichsten ist, es aber auch nicht dazu führt, dass man dann nicht beherrscht wird (schön wär`s ja).

    ​Ok, ich mache diese von dir vorgeschlagene Positivliste, nur komme ich da jetzt nicht gleich dazu!

    lg
    bt
    Aum Hrim Shrim Klim Adya Kalika Parameshavari Svaha
    Dann fange ich mal an.

    ​Ich fange mal mit Trump an, das ist einfach :)
    1) Bezüglich: "Frieden und gewaltfreies Handeln sind hohe Werte für uns, in Übereinstimmung mit der Regel: „Schade niemandem und tu was du willst“. und "Wir arbeiten dafür, Gemeinschaften und Kulturen zu schaffen und zu erhalten, die unsere Werte verkörpern und die helfen können, die Wunden der Erde und ihrer Völker zu heilen und so eine nachhaltige Lebensgrundlage für uns selbst und zukünftige Generationen zu bilden."
    Eine Voraussetzung dafür ist, ich hoffe da sind wir uns einig, dass einem keine Bomben auf den Kopf fallen oder man zufällig einer Drohne im Weg steht, die den gerade aktuell zum Bösewicht erklärten Staatschef treffen sollte. Erinnerung: Die letzten Jahrzehnte haben die USA unter den Bushs und Obama ein Land nach dem anderen angegriffen, platt gemacht, durch CIA finanzierte radikal-islamische "Rebellen" in die Steinzeit zurück gebombt - wie er erfrischend, wenn endlich mal jemand da drüben über`m Teich sagt: Das war ein totales Desaster, wir wurden angelogen von unserer eigenen Regierung, ich werde die Politik des "Regime Change" nicht weiter fortführen.
    ​Stattdessen hat Trump versprochen, die von den USA und ihren Verbündeten geschaffenen monströsen Terrorgruppen wieder zu entmachten - und diese islamischen Terrorgruppen stehen nun wirklich jedem einzelnen Punkt in den Prinzipien der Einigkeit feindlich gegenüber.

    ​2) Nicht ganz so ein dickes Ding, eher pars-pro-toto eine Kleinigkeit aus dem vor der Wahl Programm ist der "School Choice and Education Opportunity Act", der die freie Schulwahl ermöglicht - ganz im Sinne der "intellektuellen Freiheit", die wir in reclaiming u.a. ehren. Tatsächlich, ist das eigentlich gar keine kleine Sache, denn Frage, wo ich mein Kind zur Schule schicke kann extrem wichtig sein, sowohl zum Guten als auch zum Schlechten. Passend dazu übrigens das Versprechen, Kosten für Kinderbetreuung und Seniorenbetreuung künftig von der Steuer absetzen zu können - Stichwort Gerechtigkeit, wie auch versprochene Steuererleichterungen, die er sich aber wahrscheinlich Angesichts des faktisch Pleite Status der USA bestimmt nicht leisten kann umzusetzen. Aber das natürlich, wie viele andere "innenpolitische Punkte", für uns Europäer nicht so entscheidend. Wichtiger finde ich da schon diesen nächsten Punkt:

    ​3) Die obersten Punkte in Trumps Wahlprogramm betreffen ja die Korruption der Berufspolitiker, im Programm stehen da mehrere Punkte zu, deshalb gebe ich hier ausnahmsweise mal einen Link zu einem Auszug des Programms (für weitere Inhalte dieser Seite fühle ich mich nicht verantwortlich, das ist teilweise sehr Nützliches über Ernährung und Kräuter, teilweise hahnebüchener Schwachsinn) : naturalnews.com/055736_Donald_…ashington_corruption.html
    Das berührt die Prinzipien unmittelbar, finde ich, denn "eine radikale Machtanalyse, die erkennt, dass alle Unterdrückungssysteme miteinander verflochten sind und ihre Wurzeln in Herrschafts- und Kontrollstrukturen haben" zeigt auch die Notwendigkeit, politische Macht transparent zu halten und zu beschränken. Politikern, die als Berufspolitiker finanziell abhängig oder geschmiert sind von Interessenverbänden, einzelnen Konzernen oder fremden Regierungen ist nicht zu trauen und sie werden ganz bestimmt auch durch ihre diskreten Netzwerke dafür sorgen, dass sie an der Macht bleiben, anstatt Zugang zu Führungspositionen auch anderen zu gewähren und Macht zu teilen. Aber Korruption berührt auch alle anderen Fragen, die durch den Staat und seine Macht beeinflusst werden. Und da Weltwirtschaft und Weltpolitik heute so verneztz sind, käme eine schonungslose Transparenz in den USA wahrscheinlich auch Europa zugute. Wer weiß, wer da mit wem wann welchen Scheck geteilt hat... "Drain the swamp" war ja Trumps Motto für den Wahlkampf; ob nicht eher der Sumpf ihn hineinzieht bleibt abzuwarten.

    ​So, das waren 3 Punke, ich kann noch mehr... aber dann wird's noch triggernder ...

    lg
    farnblüte
    Aum Hrim Shrim Klim Adya Kalika Parameshavari Svaha
    Ihr Lieben alle zusammen,
    ich lese seit langer Zeit alle Beiträge und "muss" mich äußern:
    Der Tonfall der hier - durchweg - angeschlagen wird, läßt mich erschaudern:
    Anschuldigungen, Eitelkeiten, üble Nachreden.... so etwas möchte ich nicht, daher bitte ich die werten AdministratorINNEN, mein Profil etc. samt und sonders zu löschen.
    Ich empfinde es als "Zumutung", wenn man mit über 70 (ja, so alt bin ich), einen Anschluss an Gleichgesinnte sucht, auf so etwas zu treffen. Das hat mit "Hexenwesen" - ich nenne es ´mal so - nichts zu tun.
    Ich werde ich Zukunft bei "die Bethen" reinschauen, da gibt es ganz ohne Gedöns und Tüddelkram, Schönes, Hilfreiches, da werde ich in Zukunft Zeit lassen.
    Merry Meet.... (gibt es das heute noch?)
    und alle guten Wünsche
    Trudi